• Borderline Infos
Die Betroffenen
Diese Persönlichkeitsstörung ist eine individuelle Störung, die von Betroffenem zu Betroffenem sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Ganz allgemein halten sich Psychiater bei der Diagnose an folgende Kriterien:
- Verzweifeltes Bemühen, ein reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern. Ein Muster von instabilen und intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen, das sich durch einen Wechsel zwischen extremer Idealisierung und Abwertung auszeichnet.
- Identitätsstörung: Eine ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder des Gefühles für sich selbst.
- Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbst schädigenden Bereichen (z.B. Geld ausgeben, Sex, Tablettenmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, Fressanfälle etc.)
- Wiederkehrende Suiziddrohungen, Suizidandeutungen oder -Versuche oder selbst schädigendes Verhalten
- Affektive Instabilität, die durch eine ausgeprägte Orientierung an der aktuellen Stimmung gekennzeichnet ist: Z.B. starke periodische Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit oder Angst (üblicherweise wenige Stunden und nur selten länger als einige Tage andauernd)
- Chronisches Gefühl der Leere
- Unangemessene, starke Wut oder Schwierigkeiten, Wut oder Ärger zu kontrollieren (z.B. häufige Wutausbrüche, andauernder Ärger, wiederholte Prügeleien)
- Vorübergehende, stressabhängige paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.
Es findet eine Einteilung in zwei Typen dieser Störung statt:
- der Impulsive Typus (ICD-10 F60.30): Die wesentlichen Charakterzüge sind emotionale Instabilität und mangelnde Impulskontrolle. In Konfliktsituationen, vor allem bei Kritik durch andere, Neigung zu aggressiven Durchbrüchen mit gewalttätigem Verhalten.
- Borderline-Typus (ICD-10 F60-31): Einige Kennzeichen der emotionalen Instabilität sind vorhanden, zusätzlich sind oft das eigene Selbstbild, Ziele und „innere Präferenzen" (einschließlich der sexuellen) unklar und gestört.
Kurz gesagt: Diese Menschen sind anders! Sie sind meist hoch intelligent, haben angesehene Berufe, in denen ein hohes Maß an Fachkompetenz verlangt wird. Die Fachliteratur zu diesem Thema weist darauf hin, dass prozentual mehr Frauen als Männer von dieser Persönlichkeitsstörung betroffen sind. Das mag daran liegen, dass Frauen eine größere Neigung zur Eigenreflektion haben, oder generell eher bei Auffälligkeiten einen Arzt aufsuchen.
(Quelle: Klinikleitfaden Psychiatrie und Psychotherapie von M. Rentrop, R.Müller, J.Bäuml)
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